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Fernandes ST-45C

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Ich finde das es Zeit wird mal wieder etwas hilfreiches zu schreiben…

 

Wenn ich mir die Zugriffe auf meine Beiträge zu PCOCC-Instrumentenkabel und DOD250 anschaue kann ich annehmen das da draußen in der Netzwelt noch viele Deppen wie Ich herum laufen die manchmal dankbar sind wenn jemand ein paar Infos bündelt. Deshalb hier etwas Material über meine geliebte Fernandes Gitarre.

 

Fernandes ST-45C

 

Gekauft habe ich Sie im Guitar-Place Aschaffenburg ( http://www.guitarplace.de/ ) irgendwann im Frühling 1993. Das Geschäft befand sich damals noch einige Meter entfernt in der Hanauer Straße Nr.20. Den Preis habe ich nicht mehr genau im Kopf, aber er belief sich so um die 1000DM. Eine Tasche (hab ich auch noch) gab es dazu und bezahlt hab ich sie in Zwei Raten (!).

 

Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben. Sei es die Lackierung (Nein, ich weiß nicht was für ein Lack), Bünde, Hals (Er passt so genau in den Korpus das nichts, auch kein dünnes Papierstück in die nicht vorhandene Fuge geht. Mit dem Auge ist absolut kein Spalt zu sehen), die Klinkenbuchse packt noch ordentlich, sogar der 5-Weg-Schalter geht noch recht straff.

 

Alles in allem fühlt sie sich auch wertig an. Der Korpus hat angenehme Konturen (das Wort Shaping vermeide ich hier. Muss nicht alle Englisch sein). Kenner hätten das sicher mit einem Blick auf die Kopfplatte gewusst. Aber so ein Trottel wie ich weiß das erst seit ein paar Monaten. Woher soll ich wissen das dieses Kleingedruckte auf der Kopfplatte – Original Custom Body – eine bestimmte Kontur des Korpus bedeutet?

 

Fernandes ST-45C Kopfplatte

 

Fender hat die selbe Schrift mit den selben Worten auf der selben Stelle hat dachte es hätte nur einen Plagiatszweck (hat es doch auch bestimmt, oder?). Sie ist kein Leichtgewicht mit 3,572Kg (mit Saiten, ohne Plektron), schmiegt sich aber wegen des… ihr erinnert euch – Original Custom Body – angenehm an die Rippen.

 

Der “modern C” Hals ist kein Ibanzdünnbrett. Er ist nicht zu schmal, hat genug Masse so das es Neudeutsch gemeinhin “beefy” genannt werden könnte. Dadurch würde ich ihn nicht als Formel-1 Wagen für Hochgeschindigkeiten bezeichnen, aber auch er macht Sweep, Hammer-On und Pull-Off Legatoorgien mit.

 

Den original Humbucker habe ich durch den Seymour Duncan SH-5 ausgetauscht. Wäre heute nicht mehr meine erste Wahl, aber damals wollte ich für Leadsounds doch ein Pfund mehr auf der Schippe. Heute würde die Wahl sicher auf etwas weniger Output fallen. Wie der Alte klingt weiß ich nicht mehr, der Tausch ist schließlich schon ca. 12 Jahre her.

 

Fernandes ST-45C Korpus

 

Mein Exemplar ist eine Fernandes ST-45C

Seriennummer 00770

 

Fernandes ST-45C Serial Number

 

Auf dem Hals steht “The Function”, was auf ein FST Modell hinweißt. Im Katalog ist der Unterschied aber eindeutig – The Function (bzw. ein FST Modell) sind jene Modelle mit einem integrierten Sustainer. Der mit einem Kippschalter zwischen 5-Weg-Schalter und Volumen-Poti zugeschaltet werden kann. Link zu den ´92er FST Modellen – http://www.fernandes.co.jp/others/catalog/1992/048.html

 

Hals: Ahorn (verschraubt)

 

Griffbrett: Palisander (Welches kann ich nicht sagen. Aufgrund des Alters könnte es natürlich Rio-Palisander sein. Auch die schwarze Maserung könnte ein Zeichen dafür sein… aber von Holz verstehe ich nun mal nicht viel. Wer mehr will hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Palisander )

 

Korpus: Esche (Ich kann mich erinnern das der H. damals Sumpfesche gesagt hat. Ich kann aber nicht mehr sagen ob ich damals unter Drogeneinfluss stand und es deshalb mit einer Dokumentation über Moorleichen verwechsle.)

 

Mensur: 25,5 Zoll

 

Tonabnehmer: 2xSinglecoil, 1xHumbucker / DS-1, SH-2 (oder doch 5H-2? Den Rest der Angaben kann ich nicht lesen. Mit welcher Fender oder Standard-Pickups sie vergleichbar sind kann ich auch nicht sagen, ich spiele doch nur Gitarre.)

 

Brücke: Synchrones “Vintage” Tremolo, in Chrom (von Fernandes)

 

Wirbel: (Von der Marke) GOTOH, Chrom

 

1x Volumen-Poti

1x Ton-Poti

1x Fünfwegeschalter für die Wahl der Tonabnehmer

 

Da mich damals diese ganzen Daten einen feuchten Dreck interessierten, habe ich sie aus dem Katalog von 1992 ( http://www.fernandes.co.jp/others/catalog/voice1992/001.html ) übernommen. Der Katalog heißt: Fernandes – The Voice (New Products from Fernandes & Musician´s Voices)

 

Die komplette Katalogliste ist chronologisch geordnet auf dieser Seite zu finden: http://www.fernandes.co.jp/others/catalog.html

 

Die Kataloge beginnen 1973. Ach ja, auch die alten Burny Kataloge sind hier zu finden.

 

Alternativ habe ich auch noch diese Seite mit den Katalogen entdeckt: http://audiozone.dk/guitargallery/?content%2FGuitar_catalog_scans%2FFernandes%2F

Ist etwas übersichtlicher gestaltet. Aber die Scans sind genauso schlecht, bzw. es sind die Selben der offiziellen Fernandes Seite!

 

Die Qualität der kopierten Katalogseiten schwankt zwischen “nicht so gut” und “überhaupt nicht gut”. Anscheinend hat hier einer die DPI des Scanners auf ca. 15 gestellt. Es sind jpgs und keine PDFs… was für eine Qual beim suchen!

Ich will aber gar nicht motzen. Eigentlich ist es schön das die Kataloge frei im Netz verfügbar sind.

 

Als ich vor ungefähr zwei Jahren eine Email in eine deutsche Fernandes-Adresse schickte (wieviele Emails bekommt so eine Firma eigentlich pro Monat von solchen Vollpfosten wie mir?), antworteten sie mir in relativ kurzer Zeit ohne ein Info zu meiner Gitarre aber gaben mir den Link auf die Kataloge begleitet von ein paar netten Worten.

 

Ich habe die Fernandes schon in einigen Songs gespielt, aber als Hörprobe ist wohl Protokoll meiner Kapriolen am besten. Der Song ist komplett mit ihr eingespielt.

 

Ich hoffe einem, nach alten Fernandes-Gitarren, Suchenden mit den Links auf die Katalogseite weiter helfen.

Wer die Möglichkeit hat sich so ein Ding unter den Nagel zu reißen sollte zuschlagen. Da mir nichts ferner liegt als Sie zu verkaufen hab ich nicht nach aktuellen Preisen recherchiert. In den letzten Monaten sind mir im Netz ab und an welche über den Weg gelaufen. Aber nur im amerikanischen und im asiatischen Raum, mit Preisspannen von ca. 300€ bis 600€.