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Diese Sieben sind nur zu dritt

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“Alles was ich zu meiner Verteidigung habe, sind die Fehler, die ich gemacht habe”

(Charles Bukowski)

 

 

Diese Sieben sind nur zu dritt

 

Jedesmal wenn ein so ein musikalischer Klotz fertig gestellt ist, wiegt bei jedem hören ein Fehler zehn mal so viel wie ein guter Moment. Deshalb kann ich mich in diesen Zitat wieder finden. Wenn sich nach langer Zeit ein Track unvermittelt in Erinnerung ruft, höre ich ihn mir nicht einfach an, sondern warte nur auf den Fehler. Deren Anzahl und die Magnitude des einzelnen Fehlers bestimmen ob ein Song gut oder schlecht ist. Der quantitative Anteil von Fehlern ist im Vergleich zu dem Anteil von deren Abwesenheit, an sich verschwindend gering. Der Fehler ist keine fortlaufende Handlung, seine Ursache ist der Moment und er währt auch nur als solcher. Trotzdem hat er mit meinem Warten auf den nächsten, enormen Bestand.

 

Das waren meine besinnlichen Worte zu… äh… hab vergessen wozu. Es geht hier ja auch um etwas ganz anderes, nämlich um mich. Dieses Zitat von “Henry Chinaski” ist mir letzthin auf die Füße gefallen. Ich dachte mir als Einleitung macht Kultur immer was her, auch wenn ich mit diesem Post, bzw. mit dieser ganzen Sache keine herumkriegen will.

 

Meine Geringfügikeit hat mal wieder Zeit und ein paar Krümel Muse gefunden die Entropie des Universums ein gutes Stück anwachsen zu lassen. Es hat mal wieder etwas Musik gemacht, diese aufgenommen und unnötigerweise hier auf der Seite veröffentlicht.

 

 

Mit was haben wir es denn heute hier zu tun?

 

Ok, es ist offensichtlich das bisher kürzeste Stück was als solches von mir beabsichtigt war. 3:15min. ist nicht viel Zeit um eine Geschichte mit drei Charakteren zu erzählen. Anfangs hatte ich die Idee das ganze Stück im 7/8 zu halten, daher auch die “Sieben”, aber das Intro ist ein 4/4 und als mir der Teil mit dem 5/4 eingefallen ist war das auch hinfällig. Aber es ist trotzdem schlüssig, es fehlt nichts, ist meiner Meinung nach ganz schlüssig im Aufbau und Konzept.

 

Auch habe ich über mich gelernt das meine Vorliebe für vorgezogene 1.Schläge unabhängig von der Taktart ist. Die Vorgezogenen ziehen sich durch das ganze Stück. Das Intro klingt dadurch nicht wie ein 4/4, dafür die anderen auch nicht nach Primzahl. Ob es gerade dieser Umstand ist der die Takte entschärft und dadurch nicht ganz so fremd klingen lässt weiß ich nicht. Wahrscheinlich werden es die wenigsten überhaupt merken, wer zählt schon mit…

 

 

Verwendet wurde nur altbewährtes:

 

Meine nicht mehr ganz so neue Fender mit drei Line6-Dosensounds, den Marshall Plexi.

Der vierte Sound für den billigen Bass.

EZ-Dummer Vintage-Kit, mit diesmal etwas mehr Room um nicht ganz so dumpf wie sonst zu wirken.

Kaffee – Tchibo/Guatemala Grande und Tabak – Lucky Strike mit blauen OCB.

 

Seit langem bewährt hat sich auch gewisse Dinge nicht zu verwenden:

 

Noise Gate

Natürlich kann es bei gewissen Sounds zu extremem Wutausbrüchen führen wenn ein guter (zwölfter?) Take durch eine leichte Berührung der Saiten unbrauchbar wird, aber egal wie gut ein Noiseshit ist, es Frisst nunmal Frequenzen.

 

Overdubs

Noch immer hab ich mit meinem Ehrgeiz zu kämpfen Sequenzen am Stück zu spielen. Ich erfreue mich and der zusammenhangenden Optik der “Waves” in den Spuren. Nicht am Stück ist z.B. die zweite Stimme in dem zweistimmgen Solo. Ich konnte es nicht innerhalb von 15min. auswendig lernen (ja, die Konzentration um 1:30 morgens ist schlecht), also hab ich es in zwei Teilen aufgenommen, kann ich mit leben. Der Bass ist natürlich etwas völlig anderes. Er wird fast ausschließlich in jedem Song zu 100% improvisiert und die Spur besteht nur aus kleinsten Fragmenten. Das längste verwendete Fragment ist ab einsetzen des Schlagzeuges zu hören, er geht über drei Takte und ist ca. 16sek lang. Das kürzeste ziemlich genau eine Sekunde und hat immerhin zwei Töne. Timing am Dicksaiter ist halt schwierig wenn das Ding nur einmal im Monat für zwei Stunden auf dem Schoß liegt.

 

Compressor

Ich kann das Ding noch immer nicht richtig für die Gitarre einstellen. Deshalb lass ichs. Nur der Bass bekommt einen Compressor auf dem niedrigsten einzustellenden Pegel, es ist natürlich ein Preset des Programmes. Weiß nicht was ich da so einstellen müsste…

 

Posing

Posing mit der Klampfe ist sicher das was ich am wenigsten kann. Breitbeinig ein Riff zupfen, bei einem Bending am 20. Bund den Kopf nach hinten schmeißen, böse dreinschauen, den Rumpf nach vorne beugen und mit dem Kopf den Propeller machen, ein Akkord anschlagen und dann mit der rechten ein Faust ballen, ein Flageolett mit einem schmerzverzerrten Gesicht untermalen, gehören nicht in mein Repertoir. Komischerweise finden sich die meisten Poser mittlerweile im Metalbereich. Was da so auf Youtube zu sehen ist der Hammer und beschleicht einen der Eindruck eines inoffizellen Peinlichkeiten-Contests. Mein momentaner Favorit ist Amon Amarsch… oder heißen die Amon Amarth? However, Dämlichmetal vom feinsten mit Oberkitschposen in einem professionell gedrehten Video sind Nightwish, find ich witzig, Videos von Dimmu Borgir lassen mich vor Lachen fast vom Stuhl fallen. Paul Baloffs Aufforderung “If you see a Poser on the streets, kill him!” interessiert heute keinen mehr. Vor allem keinen Metaller!

 

Damit habe ich heute genug Müll verzapft. Wer es bis hier herunter schafft hat sich einen Preis verdient… und mein Mitleid.

 

 

Cheers, Searchio